BiNe – Bisexuelles Netzwerk e.V.

Unser Verein

BiNe – Bisexuelles Netzwerk e.V. ist eine Vereinigung von Gruppen und Einzelpersonen der Bi+Community im deutschen Sprachraum. Vereinssitz ist seit 2005 Frankfurt am Main, zuvor Potsdam. Ende 2021 zählte der Verein über 160 Mitglieder. BiNe ist gemeinnützig tätig.

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Wirkung, Ziele und Selbstverständnis
Bi-Begriff und Bi-Logo
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Mitgliedschaft, Vorstand und Spenden
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Internationale Zusammenarbeit, Kooperationen und Netzwerke

Entstehung

Seit Anfang der 1980er Jahre reflektieren bi+sexuelle Menschen aller Geschlechter in Deutschland ihre Lebensweise und vertreten sie selbstbewusst als eine mögliche Form von Sexualität.

Nach Gründung mehrerer lokaler Selbsthilfegruppen, Organisation erster überregionaler sogenannter „Bi-Treffen“ seit 1988 und einer bundesweiten Vernetzung Bisexueller mit Unterstützung durch die Deutsche AIDS-Hilfe e.V. erfolgte am 29. August 1992 die Gründung von BiNe – Bisexuelles Netzwerk e.V.

BiNe leistet Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Bi+sexualität, unterstützt den Aufbau und Erhalt von Selbsthilfegruppen, kooperiert mit gesellschaftlich relevanten Gruppen und Initiativen und sammelt und verbreitet entsprechende Informationen.

Der Verein gibt seit 1994 BiJou, das bisexuelle Journal, heraus. Bijou ist nicht nur als Mitgliederzeitschrift konzipiert, sondern auch in ausgewählten Buchläden, bei CSDs, auf Straßenfesten o.ä. Anlässen erhältlich oder online zu bestellen.

Der Verein bietet Beratung über ein Beratungstelefon. Diese Website bietet Bi+sexuellen inner- und außerhalb des Vereins aktuelle Informationen und zahlreiche Kontaktmöglichkeiten. Eine Gruppenliste verzeichnet lokale Bi-Gruppen und Ansprechpersonen in ganz Deutschland. Social-Media-Kanäle und die BiNe-App machen den bisexuellen Diskurs einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich. Die entstandene Online-Community reicht weit über die eigentlichen Vereinsgrenzen hinaus. -> Links später prüfen und anpassen

Wirkung, Ziele und Selbstverständnis

Unsere Ziele

Wir wollen Bi+sexualität sichtbar machen und diskriminierende Strukturen auflösen, damit Menschen ihre Beziehungen selbstbestimmt und verantwortungsvoll leben können.

Wir wollen eine Gesellschaft,

  • in der Menschen die Beziehungen führen können, die sie wollen
  • die Menschen in ihrer Bi+Identität wahr- und ernst nimmt
  • die Vielfalt aller sexuellen Orientierungen und geschlechtlichen Identitäten, Lebensentwürfe und Beziehungen als gleichwertig anerkennt und respektiert
  • die Menschen die Freiheit gibt, sich sexuell und romantisch zu entfalten

Wir wenden uns gegen Lebensentwürfe und Praktiken, die auf Unterdrückung, Ausbeutung und Abhängigkeit beruhen.

Um diese Ziele zu erreichen,

  • unterstützt BiNe bi+sexuelle Selbsthilfe und Vernetzung regional und bundesweit
  • ist BiNe als Interessenvertretung in der Öffentlichkeit sowie für Politik und deren Entscheidungsträgern präsent und ansprechbar
  • nimmt BiNe Einfluss auf soziale, gesellschaftliche und politische Entscheidungsprozesse
  • unterstützt BiNe Bildungsarbeit zur Vielfalt bi+sexueller Lebensentwürfe, geschlechtlicher und sexueller Vielfalt
  • steht BiNe im Kontakt mit Organisationen bi+sexueller Menschen anderer Länder und nimmt an internationalen Kongressen teil
  • unterstützt BiNe wissenschaftliche Vorhaben oder Forschungsprojekte zum Thema Bi+sexualität

Für wen ist der Verein

Mehrmals im Jahr veranstaltet BiNe mehrtägige Bi-Treffen, die allen Interessierten offen stehen. Ziel ist es, für einige Tage im Jahr einen erklärungsfreien Raum zu schaffen, der im Wechsel von thematischen Workshops und gemeinsamer Freizeit unter Gleichgesinnten Selbsterfahrung fördert und die Identitätsfindung stärkt.

Profile aktiver Mitglieder

Carmen

Ich bin seit 2006 dabei. Kennengelernt habe ich den Verein durch die bundesweiten Treffen, die an zwei verlängerten Wochenenden im Jahr stattfinden. Hier wurde ein Raum für Begegnung geschaffen, den ich bis dahin in dieser Qualität nicht kannte: Geschützt, liebevoll und selbstbestimmt. Ich fühlte mich sofort mit meinem Bi-Sein zuhause. Nachdem ich zuvor Partner*innenschaften mit einem heterosexuellen Mann und einer lesbischen Frau hatte, wollte ich endlich auch andere bisexuellen Menschen mit ihren Erfahrungen kennenlernen. Irgendwie war mein bisexuelles Empfinden und Leben vorher nie wirklich sichtbar geworden. Entweder wurde ich als Partnerin eines Hetero-Mannes auch als hetero gelesen und als Partnerin einer lesbischen Frau ebenfalls als lesbisch. Hier, auf den bundesweiten Bi+Treffen traf ich sie endlich! All die anderen bi+liebenden Menschen! Es war ein großes Fest für mich. Es gab Workshops, die von den Teilnehmenden selbst angeboten wurden: Coming out Geschichten, Gesprächsrunden, Körpererfahrungsräume und tolle Partys. Auch eine große Liebe habe ich hier gefunden. Seitdem fahre ich regelmäßig zu den bundesweiten- und auch Frauentreffen. Seit mehreren Jahren auch zu den Konzepttreffen, auf denen wir über die Vereinsarbeit diskutieren. Ich bin so dankbar, für diese Menschen und Begegnungen, dass ich mich auch in der Vereinsarbeit engagiere. In der Coronazeit haben wir das erste bundesweite Bi+-Online Treffen veranstaltet und ich engagiere mich weiter in der Pflege unserer neuen Webseite. Im Moment beschäftigt mich die Frage, wie es gelingen kann, dass sich noch mehr jüngere Menschen im Verein zuhause fühlen und Lust haben, sich zu engagieren.

Awa

Seit 2000 bin ich Mitglied im bisexuellen Netzwerk BiNe. Ich bin Ende 1963 geboren und kannte bis Februar 2000 keine geouteteten Bisexuellen. Menschen ohne Ansehen deren Geschlechts romantisch zu lieben war in meiner eher ländlich geprägten Umgebung nicht vorhanden und ich dachte, ich sei alleine mit meiner Eigenschaft. Ich habe mich dann ganz still verhalten und nicht weiter darum geschert.
Bis heute bin ich nicht überall geoutet.

Meine jetzige Ehefrau traf ich im November 1999 bei einem Jeux dramatiques Workshop. Sie sagte mir im Februar 2000 bei unserem ersten Date sie sei bisexuell. Wir heirateten im Mai 2000 und feiern dieses Jahr Silberne Hochzeit.
Sie war damals im Orgateam der bundesweiten BiNetreffen und ich besuchte mein erstes Treffen 2000 ohne sie in Bielefeld. Dort war ich überwältigt von der Offenheit und Freiheit und der Wertschätzung in den Begegnungen von mir fremden Menschen.
Da hatte ich meine Wunschfamilie gefunden.
Seitdem bin ich regelmäßig bei BiNetreffen und war auch schon mehrfach beim Organisieren von bundesweiten Treffen beteiligt.
Ich bin Künstler und lebe bisexuell und polyamor.
Alles was ich tue ist politisch und zielt letztendlich auf Selbstermächtigung, Selbstbefähigung und Befreiung bzw. Beendung von Macht von Menschen über andere Menschen. Mittlerweile schließt das auch die Macht von künstlicher Intelligenz über Menschen ein. Machtlos will ich meine Liebsten lieben.
Ich finde es wichtig, dass ich ohne Angst leben kann.
Meine Vorstellung von Freiheit ist, dass ich und andere nicht aufgrund von persönlichen Eigenschaften reglementiert und ausgegrenzt werden. Meine Gefühle sind meine Sache. Meine Seele, mein Körper und Geist stehen nicht zur Verfügung von Ideologien und begrenzenden eingeschränkten Vorstellungen anderer Menschen. In der Demokratie finde ich meinen Platz, wenn ich als souveräner Mensch meinen Willen an integre Menschen delegieren kann. 

Kris

Moin,
dass ich bi bin wusste ich schon mit 18 Jahren, als mich meine damals beste Freundin zu meinem Geburtstag küsste und es sich für mich einfach nur schön und wohlig anfühlte, während mein damaliger Partner ebenfalls anwesend war.
Das war also zwei Jahre später als ich erkannt hatte, dass ich polyamor leben möchte. Poly lebte ich relativ schnell auch aus (auch mit Mono-Phase dazwischen), doch das Bi* Dasein lebe ich nun erst seit knappen 4 Jahren. Wie es dazu kam? Meine Polypartnys hatten einfach interessante Frauen an ihrer Seite und so gingen auch wir in Begegnungen und das genoss ich sehr. Das erste gemischtgeschlechtliche BiNe Treffen nahm ich dann 2023 wahr und fühlte mich mit Mitte 30 herzlich willkommen in der Runde. Ich wurde mit offenen Armen, Ohren und Herzen sozusagen empfangen, wir tauschten uns rege aus, besuchten ganz unabhängig vom Alter verschiedenste Workshops und ich bot als „Alternative Paar- und Familienberaterin“ natürlich auch selbst Workshops wie z.B. „systemische Aufstellung“ oder die „Magie der Emotionen“ an Ich genoss dabei den regen Austausch, fühlte mich sehr beschenkt, bereichert und angeregt den Weg weiter zu gehen und nicht von gesellschaftlichen Restriktionen beschneiden zu lassen. Auf den BiNe Treffen (egal welchem) konnte ich stets Menschen mit ähnlichen Erfahrungen finden. Und ganz ehrlich? Das Alter spielt dabei wirklich keine Rolle, sondern vielmehr die Offenheit sich austauschen zu wollen. Dazu kann ich nur jeden ermuntern.

Maris

Für mich ist BiNe:

Entwicklung, Mut, Zu Hause, Lachen, Kuscheln, Berührende Gespräche, Spielen, Demokratie, Selbstbestimmung, Ausprobieren, Mensch sein, Vielfalt sehen – spüren – erlernen, Glücklich sein, Verbundenheit, Angenommen sein, Motivation, etwas Gewachsenes, Vorfreude, Kompetenzerweiterung, Liebe.

Seit 2023 bin ich dabei und empfinde es als einen einschneidenden, positiven Schritt in meinem Leben zu meiner Bisexualität zu stehen. Dabei bin ich nie allein, weil es so viele tolle Menschen im Verein gibt, die mein Leben auf unterschiedlichste Art bereichern. Es macht mir Freude mit ihnen und auch für sie etwas zu tun. Deshalb bin ich mit einzelnen Aktionen (z.B. auf den offenen Treffen) und in der AG Merchandising, aktiv.
Mein Fokus liegt auf Verbesserung der Sichtbarkeit von Bisexualität, Vernetzung mit anderen Regionalgruppen und dem Thema (bi) sexuelle Gesundheit und Wohlbefinden. Ich mag es mit anderen Menschen zusammen Ideen zu entwickeln und gemeinsam diese Ideen umzusetzen. Partizipation ist ein wichtiger Grundstein für das Gefühl teilhaben zu können, etwas bewirken zu können und Gemeinschaft zu stärken. Wenn ihr Lust habt, etwas auf die Beine zu stellen, Fragen habt oder Austausch sucht- sprecht mich gern an.

Yasha

Mein Name ist Yasha. Wie die meisten Menschen bin ich in einer heteronormativen Welt aufgewachsen.  Zwischen 30 und 40 hatte ich mich langsam in eine queere Umgebung integriert und fühlte mich in meinem schwul/lesbischen Freundeskreis gut angekommen. Und dann war ich 2003 das erste Mal bei einem Treffen des bisexuellen Netzwerks dabei. Ich war schnell begeistert von dem Umgang miteinander und dem Gefühl, mich das erste Mal nicht erklären zu müssen in einer ansonsten sehr binär denkenden Welt. 

Ich hatte Lust, meiner bisexuellen Wunsch-Familie etwas zurückzugeben. Es begann mit dem Anbieten von Workshops und Gesprächskreisen während der Treffen. Dann begann ich, die Konzept Treffen zu besuchen und half Flyer und das bisexuelle Journal  (Bijou)  mit anderen Menschen weiter zu entwickeln. 

Ich habe mit anderen Mitgliedern zusammen viele Christopher Street Demos besucht und manchmal auch Standdienste gemacht. Der Kontakt zu anderen Menschen hat mir viel Freude gemacht und es wurde mir immer klarer, wie viele Hindernisse es auf dem Weg gibt, sich mit dem Label „bisexuell“ identifizieren. 

Nach verschiedenen anderen Aufgaben im Verein bin ich nun seit einigen Jahren im Beratungsteam des bisexuellen Netzwerks. 

Wir sind zurzeit fünf Personen, so dass wir in der Regel immer einen zeitnahen Termin finden, um mit den Ratsuchenden zu sprechen.

Oft reicht schon ein einstündiges Gespräch, um die Verbindung zu fühlen, die durch die gemeinsame bisexuelle Identität entsteht. Das stärkt über das Gespräch hinaus. Ich identifiziere mich nicht nur als bisexuell, sondern auch als polyamor und manchmal geht es auch um Beziehungskonstellationen im Gespräch. Die Frage, wie man in einer festen monogamen Partnerschaft seine eigene Identität ausdrücken kann, beschäftigt viele Menschen. Auch in einer monogamen Partnerschaft verliere ich nicht meine bisexuelle Identität, aber sie wird weniger sichtbar. Was brauche ich, um mich sicher und geliebt zu fühlen? Was kann ich meiner/m Partner*in „zumuten“? Oder kann ich meine bisexuelle Identität als Bereicherung für die Partnerschaft sehen? Viele spannende Fragen sind mir begegnet.

In meinem Beruf als Berufsberater genieße ich die Gespräche mit neuen Menschen sehr. Das Ehrenamt bei BiNe bereichert zusätzlich mein Leben. 

Frank

Schon in meiner Schulzeit habe ich bemerkt, dass ich auch für das gleiche Geschlecht Gefühle empfunden habe. Erste Kontakte zu Männern hatte ich dann in den 80zigern als ich in Berlin gelebt habe. Dann war ich viele Jahre in hetero Beziehungen mit Frauen, aus denen zwei Kinder hervorgegangen sind. Nach der letzten Beziehung mit einer Frau, Anfang der 2tausender Jahre war das Bedürfnis, meine sexuellen Phantasien mit Männern auszuleben, sehr stark und das habe ich dann auch gelebt. Dies tat ich aber geheim, ohne jemensch davon zu erzählen. Da mir Ehrlichkeit sehr wichtig ist, tat ich es auch nur, wenn ich in keiner festen Beziehung war! Erst als ich im Jahre 2017 eine neue Bekanntschaft mit einer Frau machte und wir schnell heraus fanden, dass wir beide bisexuell unterwegs sind, bin ich das erste mal mit anderen bisexuellen Menschen in Kontakt gekommen. Ich hatte vorher immer wieder Kontakte zu schwulen Männern, wusste aber nicht, dass es ein bisexuelles Netzwerk und auch Treffen gab. Seitdem gehe ich regelmäßig auf gemischte aber auch auf Männertreffen. Ich empfinde es immer als sehr angenehm und auch familiär! Als eher introvertierter Mensch fällt es mir in diesen Gruppen leichter in den Austausch zu gehen und neue Menschen kennen zu lernen.

Außerdem ist es immer wieder eine Freude, die Menschen, die ich nun ja schon ein paar Jahre kenne, wieder zu sehen. Ich sehe den Kontakt zu den Menschen des Bisexuellen Netzwerkes auch als Chance zu eigenem Wachstum.

Die zahlreichen Angebote und Workshops während der Treffen sind immer spannend und bereichernd. Auch bin ich immer wieder neugierig, ob bei den Treffen neue Menschen dazu kommen.  

Marlies

Ich bin Marlies. 2002 hatte ich mein Coming-out und habe zunächst Anschluss in Hamburg bei unserer Ortsgruppe gefunden. Meine Traumfrau hatte ich noch nicht entdeckt und habe mich dann in einem Bi-Mann verliebt. Er nahm mich 2003 zu meinem ersten offenen gemeinsamen Bi-Treffen, damals in Butzbach, mit. Ich fühlte mich sofort wohl und gut aufgenommen, selbsterklärend und habe gespürt „es fühlt sich an wie Familie“! Viel liebevolle Umarmungen, gute Gespräche, lachen, weinen, Kreativität, Neues kennenlernen in den Räumen und in der Natur. Flirten ausdrücklich erlaubt!😉 Immer gute Musik für den Partyabend mit Partymotto. Dann folgten Frauentreffen und Konzeptseminare. 2005 habe ich dann den Mut gehabt, meine Gefühle für eine Frau zu gestehen und daraus wurde eine langjährige Liebesbeziehung und Freundschaft bis heute. Von 2005 bis 2008 habe ich auch polyamor gelebt. In Berlin gab es das „Care und Share“, wo ich an einigen Coaching-Jahresgruppen teilgenommen habe (Themen wie Distanz und Nähe, Eifersucht, Ärger u.v.a.m.). Ich habe sehr viele Berichte über unsere Treffen in unserer Bijou, dem Bisexuellen Journal, veröffentlicht. Mein Freund ist heterosexuell und wir fahren gemeinsam zu den offenen gemischten Treffen.

Ralf (er)

Mein Coming Out Anfang der 1990er war ein schwules. Diese „schwule Phase“ endete endgültig im Oktober 2000 mit dem Schritt über die Schwelle des Münchner Café Glück und der Begegnung mit den wundervollen Menschen des Münchner Bi-Stammtischs. Dort hörte ich zum ersten Mal von BiNe und den bundesweiten Treffen. Die Begeisterung schwappte auf mich über, der Mitgliedsantrag war schnell ausgefüllt, seit 2001 bin ich offiziell dabei – noch rechtzeitig vor meinem ersten BiNe-Frühjahrstreffen.

Die Treffen haben mir über die Jahre hinweg immer wieder neue Welten erschlossen: ich musste mein Bi-Sein nicht erklären; ich durfte vielfache Erfahrungen machen, die alte „Wahrheiten“ in Frage stellten und mir Tore zu Neuem öffneten: seien es Freie Aufstellungen, Jeux Dramatique, um nur zwei Beispiele zu nennen – oder die schlichte, aber heilende Erkenntnis, dass es Gruppenveranstaltungen ohne Gruppenzwang geben kann und ich mich so zeigen kann, ich wie ich bin. Ich durfte viele liebe Menschen kennen lernen, die mein Leben bereicherten und manchmal auch Teil desselben wurden. Ich lernte auch viel über mich selbst – nicht immer ganz freiwillig, aber am Ende jedesmal gut und wichtig. Und BiNe bescherte mir mehr und mehr Einblicke in queere Vielfalt und Lebensrealitäten jenseits meines cis-männlichen Blicks.

Bi-Begriff

Was verstehen wir unter Bisexualität?

Die amerikanische Aktivistin Robyn Ochs definiert Bisexualität folgendermaßen:

Ich bezeichne mich als bisexuell, weil ich anerkenne, dass ich das Potenzial in mir trage, mich sexuell und/oder romantisch zu Menschen von mehr als einem Geschlecht hingezogen zu fühlen, – nicht unbedingt gleichzeitig, nicht unbedingt auf dieselbe Weise und nicht unbedingt im selben Maße.”

(Im englischen Original: “I call myself bisexual because I acknowledge that I have in myself the potential to be attracted–romantically and/or sexually–to people of more than one gender, not necessarily at the same time, in the same way, or to the same degree.”)

Dem schließen wir uns an.

Uns ist bewusst, dass dem Begriff bisexuell manchmal unterstellt wird, durch den Wortteil bi einen Fokus auf nur zwei Geschlechter zu legen oder durch den Wortteil sexuell einen Fokus auf sexuelle Anziehung. Durch diese Definition wollen wir deutlich machen, dass wir diesen einengenden Fokus nicht teilen. Wir widersprechen einem rein binären Geschlechterverständnis und sehen Bisexualität als einen umfassenden und inklusiven Begriff. Unser Verständnis von Bi schließt trans* und nicht-binäre Menschen und all diejenigen, die sich nicht in einem binären Geschlechterverständnis einordnen, explizit ein. 

An vielen Stellen nutzen wir auch den Begriff Bi+.

Bi+ wird als Oberbegriff für alle sexuellen Orientierungen verwendet, bei denen eine Person Menschen zweier, mehrerer oder aller Geschlechter sexuell oder romantisch anziehend finden kann. Unter Bi+ fallen z.B. Bisexualität, BiromantikPansexualitätOmnisexualität, Multisexualität und Polysexualität

Die Mitglieder von BiNe bezeichnen sich selbst heute unterschiedlich, je nach sozialem Kontext als bi oder mit anderen Begriffen – oder auch gar nicht. Die Gruppen an den CSD-Demos und -ständen tragen oft mehrere unterschiedliche Flaggen und Bezeichnungen. 

BiNe heißt alle Menschen, die den Vereinszweck unterstützen, willkommen – unabhängig von der Geschlechtsidentität, der sexuellen Orientierung oder den gelebten Beziehungformen.

Bi-Logo

Das offizielle BiNe-Logo

Das offizielle BiNe-Logo wurde in der aktuellen Form auf der Mitgliederversammlung 2018 beschlossen. 

Verwendung des Logos

Alle Rechte am Logo liegen beim Verein BiNe – Bisexuelles Netzwerk e.V. Der Verein erlaubt die Verwendung für nicht-kommerzielle Zwecke im Zusammenhang mit der öffentlichen, positiven Darstellung des Themas Bi+sexualität. Im Zweifel frage beim Verein nach, ob eine Verwendung möglich ist. 

Grafik-Dateien

Wir bieten das Logo als Vektorgrafik im Format SVG sowie als hochaufgelöste Pixelgrafik als im PNG-Format

Mitgliedschaft

Mitgliedschaft bei BiNe

BiNe freut sich über neue Mitglieder, weil somit die bi+sexuelle Präsenz gestärkt wird und verschiedenste Projekte unterstützt werden können – z. B. Vernetzung von Bi+sexuellen: über Gruppenlisten, die Internetseite, deutschlandweite Bi-Treffen, Beratung, Unterstützung von regionalen Bi+Gruppen beim CSD und anderen Aktivitäten, Herausgabe der Bijou Zeitschrift usw.

Egal ob eine Person Fördermitglied oder ordentliches Mitglied wird – die ideelle und finanzielle Unterstützung ist herzlich willkommen! Neben den bereits erwähnten Punkten gibt es folgende konkrete Vorteile: Einladung zu den Offenen Treffen vor allen anderen, verbilligtes Teilnehmen an den Offenen Treffen, automatisches Zusenden  der Bijou Zeitschrift,  Möglichkeit zum preiswerten Teilnehmen am Konzeptseminar und ewige Dankbarkeit des Vorstands.

Mitglied werden

Ein Aufnahmeantrag ist nur schriftlich möglich, da wir eine rechtsverbindliche Unterschrift benötigen. Du kannst Förder- oder Ordentliches Mitglied werden. Unten findest Du die Anträge als PDF. Bitte lies Dir auch unsere Satzung durch! Bitte beachten:

  • Den unterschriebenen Antrag und ggf. die Einzugsermächtigung bitte per Post an die auf dem Antrag angegebene Adresse schicken. 
  • Du wirst erst Mitglied, wenn der Vorstand das beschlossen hat.
  • Bitte überweise keine Beitragszahlungen, bevor Du die erste Beitragsrechnung erhalten hast (es sei denn, Du möchtest etwas spenden).
  • Mitgliedsbeiträge können per Banküberweisung oder per Lastschrifteinzug bezahlt werden. Lastschrifteinzug ist jedoch nur von deutschen Konten möglich.

Mitgliedsbeiträge:

  • Ordentliches Mitglied voller Mitgliedsbeitrag 72,- € / Jahr, ermäßigter Mitgliedsbeitrag (Schüler, Studenten, Rentner, ALG-Empfänger) 36,- € / Jahr
  • Fördermitglied (ohne Stimmrecht) mind. 36,- € / Jahr

Mitgliedsdaten ändern

Wenn Du bei BiNe Mitglied bist und sich Deine Daten (Anschrift, E-Mail-Adresse, Telefon etc.) geändert haben, informiere uns bitte per E-Mail an mitgliederverwaltung (at)bine.net oder formlos per Post an die Vereinsanschrift. Bei Änderung der Bankverbindung für den Lastschrifteinzug benötigen wir aufgrund der SEPA-Regelungen ein neues Lastschriftmandat von Dir.

Anträge

Bitte die PDF-Formulare ausgefüllt und unterschrieben per Post an die aufgedruckte Adresse senden (oder persönlich übergeben). Wir benötigen aus rechtlichen Gründen das unterzeichnete Original.

Vorstand

Derzeit besteht unser Vereinsvorstand aus 2 Personen: Monika Ritter-Müller und Lisa Myriel Weigert

Spenden

Spenden, Beiträge und Steuerabzug

Wir freuen uns, wenn Ihr unsere Aktivitäten mit Spenden und Mitgliedsbeiträgen unterstützt.

Unser Konto:

IBAN: DE66 5003 1000 1078 7680 09
BIC: TRODDEF1
Triodos Bank N.V. Deutschland 

Unser Paypal-Account:

paypal(at)bine.net

BiNe – Bisexuelles Netzwerk e.V. ist als gemeinnütziger Verein anerkannt.

Wir sind wegen Förderung der Volks- und Berufsbildung und der Mildtätigkeit nach dem Freistellungsbescheid des Finanzamtes Frankfurt am Main III, Gutleutstraße 120, 60327, StNr 014/255/05849 vom 28.04.2025 für den letzten Veranlagungszeitraum 2021-2023 nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 des Körperschaftsteuergesetzes von der Körperschaftsteuer und nach § 3 Nr. 6 des Gewerbesteuergesetzes von der Gewerbesteuer befreit.

Beiträge und Spenden sind daher steuerlich abzugsfähig.

Für Zuwendungen bis zu 200 Euro genügt als Nachweis für das Finanzamt dieses PDF zusammen mit Eurem Einzahlungs- bzw. Buchungsbeleg oder Kontoauszug. Wir bitten herzlich um Nutzung dieser vereinfachten Nachweismöglichkeit, stellen bei Bedarf aber auch einen gesonderten Zuwendungsnachweis aus und senden ihn kostenfrei zu.

Die erhaltenen Spenden werden ausschließlich für den in der Satzung festgelegten Vereinszweck verwendet.

Internationale Zusammenarbeit

BiNe ist seit 1999 Mitglied bei der ILGA und ist eingebunden in ein europäisches Netzwerk Bi+sexueller. 

  • 1996 Ausrichter des 4. Internationalen bisexuellen Symposium (IBIS) in Berlin mit dem Motto „The many faces of bisexuality – Vielfalt bisexueller Beziehungen“. Gäste u.a. Fritz Klein †, Oswalt Kolle und Dr. Erwin J. Haeberle.
  • 2001 Beteiligung an der 1. European Bisexual Conference (EBC1) in Rotterdam (Niederlande) mit dem Motto Same preferences, different lifestyles, u. a. mit Fritz Klein.
  • 2003 Beteiligung an der 2. European Bisexual Conference (EBC2) in Dublin (Irland) mit dem Motto „Loving the difference“, u. a. mit Robyn Ochs.

Kooperation und Netzwerke

BiNe arbeitet auf verschiedenen Ebenen mit anderen nationalen und internationalen Organistationen im queeren Umfeld zusammen.

International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association
International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association
Queer im Alter
Queer im Alter
queerhandicap
Queer Handicap
Queeres Nertwerk NRW
Queeres Netzwerk NRW
Bi+ Pride
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