Bijou 22

Die Butzbach 2007-Collage (BiJou 22)

Butzbach – unser Haupt-Standort für die Offenen Bi-Treffen (aber auch Konzeptseminare und Mitgliederversammlungen). Dieses Mal sollte alles anders werden. Ein ganz neues Konzept sollte es werden. Und wurde es. Okay, soooo anders fand ich es jetzt nicht. Aber es war schon lockerer als sonst, schließlich wurden die Workshops erstmals nicht vorher geplant, alle Zeiten schon festgelegt, sondern die Workshopanbieter fanden sich erst vor Ort, besprachen sich dann zusammen und überlegten, wie sie die Workshops am besten legen. So gewann das Treffen etwas an Dynamik und nahm etwas von dem Stress bei den Orga-Leuten. Aber welche Workshops gab es nun dieses Mal? Und was gab's sonst noch so? Lassen wir einzelne Bis vom Treffen zu Wort kommen:

Dumm Rumstehen

Wir waren Hoheiten! Alle haben sich vor uns verbeugt. Vor uns Peinlichkeits-Eminenzen. Gehuldigt wurde als Workshop-Abschluss unseren verdrießlichsten Erlebnissen, die wir schamerfüllt zuvor in Kleingruppen preiszugeben ermuntert wurden. Und was hat das mit „Dumm Rumstehen für Anfänger“ zu tun? <Dumm> fühlen wir uns, wenn wir etwas von uns preisgeben, das in uns unangenehme Erinnerungen hervorruft. Dumm und bloßgestellt. <Anfänger> sind wir häufig, wenn wir uns in einer neuen Situation wieder finden. Und was passiert dabei? Schnürt es uns die Kehle zu? Drückt es in der Brust? In unterschiedlichen Gruppen- und Partnerübungen spürten wir nach, welche Situationen sich für uns unangenehm peinlich anfühlen. An welcher Stelle im Raum, in dem wir in den nächsten Tagen aufhalten werden würden, fühlen wir uns unwohl? Hoch oben auf einem Stuhl in der Mitte des Raumes oder zusammengekauert unter dem letzten Tisch in der Ecke? Für mich war dieser Workshop ein gelungener Auftakt ins Wochenende: sich und andere (besser) kennen lernen, Offenheit üben, mögliche Angst vor Peinlichkeiten überwinden und lachen. Auch mal aus Verlegenheit, aber vor allem: zusammen und herzhaft!

SM

Workshops zu SM hatte ich auf Bi-Treffen schon mehrmals besucht. Holger und Karin hielten ihren jetzt zum drittenmal in Folge ab. Das Wort SM oder genauer BDSM (grob: Fesseln/Bindung, Unterwerfung, Sado- und Masochismus) stand für die meisten von uns noch für eine unbekannte, geheimnisvolle, vielleicht etwas bedrohliche Welt. Deshalb waren wir noch sehr vorsichtig und vielleicht etwas ängstlich. //Wiederholung ist Absicht!

Holger und Karin führten in die wichtigsten Grundregeln ein – worauf ist zu achten, wie kommuniziert man mit seinen Partnern, wie bricht man ab – in die verschiedenen „Folterinstrumente“ – wie sie gehandhabt werden, was sie für Probleme verursachen können. Es wurde uns klar, mit Umsicht und Vorsicht kann man Risiken vermeiden, es kommt wohl in erster Linie auf die Haltung zur Sicherheit an. Das überzeugte und beruhigte dann auch die eher Ängstlichen.

Im anschließenden praktischen Teil in Kleingruppen konnten wir alles ausprobieren und so ein Gefühl dafür bekommen, was wir auf diesem Gebiet vielleicht noch einmal erleben werden. Es ging dabei ziemlich ruhig zu, das war ja auch für eine Einführung nicht schlecht … Am Nachmittag gab es für, die, die es wollten, noch eine Fortsetzung des praktischen Teils. Ich wurde dabei auf höchst künstlerische und ästhetisch vollendete Weise gefesselt – aber dann auch wieder losgebunden. Deshalb kann ich euch auch heute schreiben.

Vom Foto-Workshop Vom Foto-Workshop

Foto-Workshop

Viel davon gehört, einige Ergebnisbilder gesehen, sogar welche mit Erlaubnis in der BiJou veröffentlicht, aber noch nie selbst dabei gewesen! Dies sollte sich ändern. Das Motto des dritten Foto-Workshops lautete: „Paarungen“. Und es drehte sich um Körperausschnitte. Anfangs empfand ich alles noch etwas verkrampft, und ich fragte mich, ob meine Foto-Idee mit dem „in die Muschi Reinhorchen“ zu weit ging. Dann aber ging alles doch sehr locker zu, und wir hatten viel Spaß bei dem Stellen immer wieder neuer Motive. Und so entstanden echt schöne Bilder mit Hälsen, vielen Körpern, Piercings, Haaren, Händen u.v.m.

Trance Dance

Eingangs saßen wir im Kreis, und Irene fragte uns nach unseren Vorstellungen und Erfahrungen mit Trancezuständen und Trancemethoden- und -tänzen. Eine Teilnehmerin kannte Trancezustände aus den afrikanischen Voodoo-Tänzen. Andere kannten zumindest theoretisch die Variante von Dauerdrehungen der Derwische. Bekannt sind auch Trancezustände aus schamanischer Tradition nicht durch Tanzen sondern durch Rasseln oder Trommeln. Trancezustände sind auch erreichbar über Quantum-light-Meditationen oder durch Atemreisen durch Hyperventilieren oder durch langanhaltendes Gesamtkörperschütteln mit geschlossenen Augen wie beim Kundalini. Irene wollte uns 3 Methoden vorstellen. Zunächst versuchten wir es mit dem Körperschütteln bei spezieller Musik. Manche hatten farbliche Vorstellungen, manche Glücks- oder Trauergefühle verbunden mit Kindheits- oder anderen Erfahrungen. Nach jeder Übung fand eine Feedback-Runde statt. Dann sollten wir nach Musik torkelnde Bewegungen im Kreis machen und zwar rückwärts; damit hatten die Meisten nicht so stimmige Körpergefühle. Aber wir fanden alle den Mut, uns zu überwinden dies auszuprobieren – jeder nach seiner individuellen Methode. Es war auf jeden Fall eine wichtige Übung, die als Voraussetzung für das richtige Fallen notwendig war. Irene hat uns jeweils gezeigt, wie es richtig umgesetzt werden soll – und zwar durch Abrollen über die Seite. Dann haben wir die 3. Übung – das Drehen um die eigene Achse links herum rückwärts oder auch rechts herum vorwärts ausprobiert; manche mit geöffneten Augen durch Ansehen der Handinnenfläche einer gehobenen Hand; manche mit geschlossenen Augen mit einem angewinkelten Arm oder auch mit ausgestreckten Armen, je nachdem womit man besser zurechtkam. Einige konnten tatsächlich einen Tranceglückszustand erreichen mit kleinen immer schneller werdenden Drehungen oder auch großen Drehungen – die im stehenden Zustand oder durch Fallen beendet wurden – ganz unterschiedlich. Es wurde verschiedene Musik angeboten. Der, der die Energie zum Probieren hatte, trat aus dem Kreis in die Mitte und die restlichen Teilnehmer haben das Ganze energetisch und achtsam schützend unterstützt. Ich selbst hatte einen wunderbaren Glückszustand mit der Vision von auffliegenden weißen Vögeln in der Nacht und es kam stimmlich eine Mischung aus Lachen und Weinen heraus. Was ich mit anderen Erfahrungen gut in Verbindung bringen konnte. Vielen Dank Irene, dass ich die Chance für diese schöne Erfahrung haben durfte!

Der kuschelige Kamin

Kuschelig war's vor dem Kamin, gediegen und musikalisch edel. Draußen beim Lagerfeuer wurde gesungen und gefröstelt, freiwillig und mit Begeisterung zwar, aber gefröstelt. Wir saßen im Warmen, auf, unter und überhaupt mit unzähligen Decken, prasselndem Feuer, einer hübschen Auswahl zu kraulender Nacken und ganz viel Jetzt-und-hier-und-gut-is'-Gefühl. Wirklich passiert ist naturgemäß wenig, und genau so muss das auch sein, abends vor dem Kamin.

Sirtaki

Ässi, Frank, Hartmut, Marlies, Nicole

Aktualisiert: 12/2007
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